Fortbildung Trainer-C am 12./13.11.2011 in Eilenburg

Wochenende und...

...Trainer-C-Fortbildung. Ich gebe zu, die Begeisterung hält sich in Grenzen, wenn es mal wieder heißt: „Lizenzverlängerung“. Ich weiß, dass es nötig und richtig ist, aber gefühlt ist das am Wochenende doch eher lästige Pflicht als eigener Wille. Also Samstag früh, 7:00 Uhr, rein ins Auto, unterwegs noch ein paar Kollegen eingesammelt – zum Glück muss man da nicht allein durch – und ab nach Eilenburg. Wenn ich darüber nachdenke, dass der Eine oder Andere aus Dresden, Altenburg oder Freiberg kommt, geht es mir schon wieder etwas besser. Lange hält das aber nicht an bei dem Gedanken, dass der Sonntag ja auch noch ansteht. Ich bin mir sicher, dass es manchem Judoka in Sachsen zu anderer Zeit und an einem Ort auch schon so gegangen ist. Aber hat sich dieses Gefühl bei Euch gleich in den ersten Minuten nach Lehrgangsbeginn schon mal aufgelöst? Bei mir jedenfalls war es diesmal so.

Die Jungs vom JSV Eilenburg haben für eine gemütliche und familiäre Atmosphäre gesorgt. Kaffee, ein lockeres Einführungs-Statement von Norbert und irgendwie ist es schön, mal wieder ein paar Leute zu treffen, die man eben nur bei solchen Gelegenheiten sieht. Und es ist dann auch Olaf Busch mit seinen, zugegeben, sehr hilfreichen und interessanten Ausführungen zu den rechtlichen Fallstricken des Trainerlebens nicht gelungen, uns zum „Nachhausegehen“ zu bewegen – ich glaube, das war auch nicht seine Absicht. Die anschließenden theoretischen Ausführungen von Norbert Fahrig zu Kata sowie die praktischen Übungen von Uwe Riedel zu Technikvarianten im Boden, Tomoe-Nage und vor allem zur Hikomi-no-kata, haben uns schnell in den schönen Judo-Alltag zurückgebracht. Nach den technisch anspruchsvollen und fortgeschrittenen Themen hat uns am Nachmittag Susann Kloss in die Welt des Anfängerjudos versetzt. Dinge, die für uns normal sind, erscheinen den Zwergen eben unerreichbar. Umso wichtiger sind Anregungen und Tipps, wie die von Susann für diejenigen, die regelmäßig mit den ganz Kleinen arbeiten. Dass wir damit eines der wichtigsten Themen im Judotrainer- Repertoir behandeln, soll doch noch mal erwähnt werden. Hier legen wir die Basis für unseren Sport. Nach einem anstrengenden Samstag war die letzte Einheit mit Stefan Zörner zu Stretching in Theorie und Praxis geschickt im Ablauf gewählt. Hat sich da etwa jemand Gedanken gemacht? Wenn nicht – müssen wir es ja niemandem verraten! Aber dass die Nachfrage zu Stefans Script am nächsten Morgen doch sehr umfangreich war, darf doch erwähnt werden. Und auch die letzte Einheit am Sonntag verging, trotz des Umfangs von 6 Unterrichtseinheiten, wie im Flug. Maria Schneehardt und Roman Schulze informierten uns über Trends im Spitzensportbereich und erläuterten uns die Entwicklung einer individuellen Kampfkonzeption. Anschließend haben wir in Arbeitsgruppen Handlungskomplexe zu unterschiedlichen Techniken, variiert in gleicher und gegengleicher Kampfauslage, erarbeitet. Wenn ich über meine U12 nachdenke, habe ich mit der IKKZ so meine Probleme. Mein Bestreben liegt darin, den Kindern eine möglichst breite und allgemeine Basis des Judo zu vermitteln. Die Intention der Landestrainer, dass sie möglichst Jugendliche aus dem Breitensportbereich übernehmen möchten, die eine eigene IKKZ vorweisen, ist zu verstehen. Die Folge einer Arbeit mit der IKKZ ist aber eine sehr frühe Spezialisierung...
Meine Trainerkollegin hat in einem Rückblick auf den Lehrgang gesagt: „Es war ein interessanter und wichtiger Einblick in die Arbeit der Landestrainer“. Das kann man, glaube ich, unbestritten so stehen lassen und Maria und Roman für ihr hervorragendes Seminar danken. Die Art der Zusammenarbeit mit den Landestrainern ist für beide Seiten zielführend und sollte so beibehalten werden.

Für mich bleibt hier nur noch folgendes zusammen zu fassen: Die Qualität dieser Weiterbildung zeigt, wie es gehen kann. Ich denke, ich darf auch für die anderen 36 Lehrgangsteilnehmer sprechen. Danke noch mal an dieser Stelle an alle Dozenten, dass sie Norbert so tatkräftig unterstützt haben. Ein ganz besonderes Bedürfnis ist es mir aber, noch mal dem JSV Eilenburg für die professionelle Ausrichtung zu danken. Beste Seminarbedingungen, ein Super-Dojo und nicht zuletzt die Sorge um das leibliche Wohl, die keine Wünsche offen ließ. Selbst die Überbuchung des Lehrgangs um fast das Doppelte an Teilnehmern haben die Jungs schnell vergessen lassen. Vielleicht wird Eilenburg ja zur festen Adresse zur Fortbildung der Trainer im Sportbezirk Leipzig.

Frank Robrecht
im Namen der Teilnehmer